Alle Videoformate im Vergleich (2020)

MP4, MOV oder doch AVI?

Nicolas Rieger CEO Rielis Media GmbH by Nicolas Rieger – 10.01.2020 – 4 Minuten Lesezeit  

Jeder Filmemacher stößt irgendwann auf die Frage: Welches Videoformat ist am besten für mich?

Eine allgemeine Antwort gibt es meistens nicht.

Aber keine Sorge in diesem ultimativen und upgedateten Guide aus 2020, haben wir dir alle gängigen Formate so wie alle Vor und Nachteile dieser aufgelistet. 

Nach diesem Beitrag wirst du ganz genau wissen, welches Videoformat für dich das richtige ist, wofür du das jeweilige Format verwenden kannst und mit welchen Vor und Nachteilen jedes verbunden ist. 

Um dir einen angenehmen Lesefluss zu gewährleisten haben wir dir unterhalb alle Punkte dieses Artikels als Link aufgelistet. Sollte dich ein Thema besonders Interessieren, kannst du einfach auf den Link klicken und du kommst zum richtigen Absatz. 

Aber bevor wir jedes einzelne Videoformat durchgehen eine kurze Einleitung um die einzelenen Formate zu verstehen. 

 

Weshalb gibt es überhaupt so viele Formate?

Die Auswahl an Videoformaten ist groß, weil viele Firmen ihr eigenes Dateiformat durchsetzen möchten. Videoformate sind eigentlich Datei-Container mit unterschiedlichen Inhalten, zunächst einmal nur Bild und Ton, die getrennt speicherbar sind. Die Container können  weitere Infos beinhalten wie zum Beispiel Untertitel, Menü-Strukturen, Zeit-Codes oder Anmerkungen für eine weitere Bearbeitung. 

Ton und Bild lassen sich innerhalb des Containers mit den verschiedensten Codecs komprimieren. Ein Codec wandelt viaAlgorithmen die Datenpackages, digitaler Ton- oder Videodateien so um, dass sie platzsparender sind. Je nach einsehbaren Codec kann die Qualität eines Videos in der Bild- und Tonqualität unterschiedlich sein.

Das musst du wissen

 1. Das Videoformat beantwortet folgende Frage: wie digitale Videodaten technisch aufgezeichnet werden. 

 2. Es gibt Formate welche die Daten komprimiert (= reduziert, verlustbehaftet) oder unkomprimiert festhalten.

 3. Die Art der Komprimierung wird über sogenannte Codecs bestimmt.

 4. Zu den mit Abstand beliebtesten Arten zählen:  MP4, WebM und OGG.

 5. Videoformate wie MP4 können Zusatzinformationen enthalten  wie Bilder, Texte.

 6. Ein Umkopieren (= Transkodierung) von einem Videoformat in das andere ist möglich.

1. WMV

Ein anderes von Microsoft entwickeltes Format, WMV war ursprünglich als Konkurrent von RealVideo positioniert. WMV-Dateien gehören zu den kleinsten Videodateien im Internet, obwohl ihre Qualität oft aufgrund der signifikanten Verringerung der Größe nach verlustbehafteter Kompression niedriger ist. Die wichtigste Software für die Wiedergabe von WMV ist Windows Media Player, der für allen Windows-basierten Plattformen sowie für Mac OS X verfügbar ist.

Vorteile: gute Video-Qualität, hohe Kompression möglich, Streaming-tauglich

Nachteil: nicht weit verbreitet

2. MJPEG

Motion JPEG (MJPEG) ist ein Videocodec, bei dem jedes Einzelbild separat als JPEG-Bild komprimiert wird. Die mit MJPEG komprimierten Videos haben im Gegensatz zu den mit MPEG komprimierten eine von der Bewegung des Bildes unabhängige Qualität. Dieser Standard wird oft bei älteren digitalen Kameras verwendet. Durch die einzelne Kompression aller Einzelbilder ist es bei diesem Format möglich, einen Video-Clip ohne die Notwendigkeit des Recodierens bildgenau zu schneiden, was bei MPEG im Allgemeinen nur bei Schlüsselbildern möglich ist.

Vorteile: hohe Kompression, hohe Qualität, Web-Standard, sehr flexibel

Nachteil: rechenintensiv

3. MPEG 1 und 2 (Moving Pictures Experts Group) *.mpg

Von einer Expertengruppe entwickeltes Videoformat mit standardisierten Komprimierungsverfahren. Die Vorteile von MPEG-Filmen sind die vergleichsweise kleinen Dateien bei dennoch guter Bildqualität, allerdings bei niedriger Auflösung. MPEG-II-Filme sind in der Praxis MPEG-I Filmen in Sachen Auflösung und Bildqualität weit überlegen.

Vorteil: weite Verbreitung, wird von nahezu jedem Gerät abgespielt

Nachteil: veraltet, kein HD, entsprechend schlechtere Videoqualität

4. MPEG 4 (Moving Pictures Experts Group) *.mp4

Von einer Expertengruppe entwickeltes Videoformat mit standardisierten Komprimierungsverfahren.

Ursprünglich war das Ziel von MPEG-4, Systeme mit geringen Ressourcen oder schmalen Bandbreiten (Mobiltelefon, Video-Telefon, …) bei relativ geringen Qualitätseinbußen zu unterstützen. Da H.263, ein Standard der ITU zur Videodekodierung und -kompression, jene Voraussetzungen bereits zufriedenstellend verwirklicht hatte, wurde er ohne größere Änderungen als Teil 2 in MPEG-4 integriert.

MPEG-4-Filme sind noch einmal deutlich stärker und ohne erkennbaren Qualitätsverlust komprimiert – also sehr kleine Dateien bei sehr guter Auflösung. In der Praxis stellt MPEG-4 etwas höhere Anforderungen an die Rechnerleistung, da die stark komprimierten Daten beim Abspielen zuerst wieder „entpackt“ werden müssen.

Vorteile: hohe Kompression, hohe Qualität, Web-Standard, sehr flexibel

Nachteil: rechenintensiv

5. MPEG 7

MPEG-7 ist ein im Jahr 2002 verabschiedeter ISO Standard (ISO/IEC 15938), der von der Moving Picture Experts Group, kurz MPEG, definiert wurde. MPEG-7 ist kein echter Komprimierungs-Standard, sondern dient zur Beschreibung von multimedialen Daten mithilfe von Metainformationen und wird in Form eines oder mehrerer XML-Dokumente gespeichert. Es kann zB an Timecode angehängt werden, um bestimmte Ereignisse zu markieren oder zum Beispiel Liedtexte mit einem Lied zu synchronisieren.

Vorteile: Gute Organisation von Inhalten

Nachteile: Viele komplexe XML-Schemata

6. MKV

Obwohl es konzeptionell anderen Containern wie MP4 und AVI ähnelt, unterscheidet sich das Matroska Video (MKV) Format dadurch, dass es vollständig Open-Source ist. MKV kann eine unbegrenzte Anzahl von Video- und Audiotracks und Optionen wie mehrsprachige Untertitel in einer Datei enthalten und ist nun das bevorzugte Format für HD-Video im Web.

Vorteile: gute Videoqualität, hohe Kompression, hohe Flexibilität

Nachteil: je nach Endgerät nur eingeschränkt abspielbar

7. AVI

AVI ist eine Abkürzung für „Audio Video Interleave“. AVI ist eines der ältesten und beliebtesten Multimedia-Formate. Es wurde ursprünglich von Microsoft als Teil der Video für Windows-Technologie eingeführt. Aufgrund seiner Einfachheit wird AVI von allen Windows-basierten und Dutzenden von Android-basierten Geräten, Spielekonsolen wie Xbox und PSP und vielen Computerbetriebssystemen unterstützt, einschließlich Windows, Mac OS X und Linux.

Vorteil: weite Verbreitung

Nachteil: unflexibel

8. MOV

Dies ist eines der ersten erfolgreichen Formate, das von Apple entwickelt wurde und ursprünglich vom QuickTime Player verwendet wurde. MOV unterstützt eine Vielzahl von Codecs zum Komprimieren von Filmen und anderen Videodateien. Es ist auch mit Mac und Windows sowie iOS-basierten Geräten wie iPhone und iPad kompatibel.

Vorteil: Standard für professionellen Videoschnitt

Nachteil: nur auf wenigen Endgeräten abspielbar

9. MP4

Als Abkömmling des QuickTime-Dateiformats ist MP4 schnell zu einem fast universellen Standard für das Teilen von Videos im Internet geworden. MP4 bietet einen nahezu verlustfreien Komprimierungsalgorithmus und eine höhere Qualität als die meisten anderen Formate. Es wird auch von fast allen Computern,Handys, Fernsehern und DVD-Playern von Apple, Microsoft, Samsung, Lenovo und anderen Herstellern unterstützt.

Vorteile: Videokomprimierung ohne erkennbaren Qualitätsverlust

Web-Standard

Vielseitig einsetzbar

Nachteile:Ungeeignet für Streaming

10. FLV

Das FLV- oder Flash Video-Format wird hauptsächlich für die Übertragung von Online-Videodateien über Adobe Flash Player verwendet. FLV-Videodateien behalten auch nach einer Komprimierung eine gute Qualität bei, sodass Benutzer die Online-Videos schneller laden können. Da der Player in fast allen Browsern installiert ist, wird FLV von vielen Video-Hosting-Websites wie YouTube, Hulu, VEVO und vielen anderen unterstützt.

Vorteile: hohe Kompression, auf mobilen Geräten abspielbar

Nachteil: geringe Bild- und Tonqualität

11. RM (Real Media) *.rm

Eine Sammelbezeichnung für die Dateiformate des Software-Herstellers RealNetworks, insbesondere das Audioformat Real-Audio und das Videoformat Real-Video. Es wird vor allem in Streaming-Anwendungen benutzt. Die Real Dateien sind zwar verlustbehaftet, doch ist die Qualität von Real Video Dateien speziell bei hohen Komprimierungen noch vergleichsweise gut.

Mit RealVideo komprimierte Dateien sind verlustbehaftet. Die Qualität von RealVideo-Dateien ist im Allgemeinen bei hohen Komprimierungen vergleichsweise gut, ältere Versionen sind bei geringen Komprimierungen im Vergleich mit zum Beispiel MPEG schlecht. Neuere Versionen sind von der Qualität jedoch vergleichbar mit MPEG-4-Videocodecs wie Xvid oder DivX, sowie Windows Media Video 9. RealVideo kommt gewöhnlich im RealMedia-Container vor und trägt dann dessen Dateiendung .rv, .ram, .rm, oder .rmvb.

Vorteile: Unterstützung von RTP

Nachteile: Real-Video komprimierte Filme sind verlustbehaftet

12.Ogg .ogg

Ogg ist ein Container-Dateiformat für Multimedia-Dateien, kann also gleichzeitig Audio-, Video- sowie Textdaten enthalten. Ogg wurde mit dem Ziel konzipiert, eine freie und von Softwarepatenten unbeschränkte Alternative zu proprietären Formaten zu bieten, um Multimedia-Inhalte effizient zu speichern und zu streamen. Die Streamingfähigkeit ist dabei das entscheidende Designmerkmal: Alles, was in einem Ogg-Container verpackt ist, kann ohne zusätzliche Anpassungen gestreamt werden. Dies unterscheidet Ogg von Formaten, die entweder nur in bestimmten Ausprägungen streamingfähig sind (wie z. B. Matroska) oder überhaupt nicht live-streaming-fähig sind (wie z. B. MP4). Ogg-Streams können dabei gebündelt und verkettet werden, ohne dass dazu eine Anpassung des einzelnen Streams notwendig ist.

Im Video-Bereich ist Ogg Theora nicht sehr verbreitet. Er erfreut sich aber in der Open-Source-Szene zunehmender Beliebtheit. Für HD-Videos setzt sich mittlerweile aber vermehrt das ebenfalls freie Matroska-Format auch außerhalb der Open-Source-Szene durch, sodass abzuwarten bleibt welche Rolle Ogg Theora in Zukunft spielen wird.

Vorteile:

– Plattformvielfalt

– Offener Quellcode

– Einfache Bedienung

5.1 Surroundinformationen – Lückenlose Wiedergabe

Nachteile: 

– Hohen Bitratenbereiche

13.MTS

MTS ist ein Videoformat für HD-Videos aus Camcordern von Herstellern wie Panasonic und Sony. Dieses Format erzeugt ein qualitativ hochwertiges Video, das größer ist, als das gleiche Video in einem anderen Format. Das Format ist nur mit wenigen Geräten kompatibel. Wenn Sie eine MTS-Datei beispielsweise auf einem Android- oder iOS-Gerät abspielen möchten, ist das fast unmöglich. Lediglich Blu-ray Player, die Sony PlayStation 3 und eine Handvoll andere Geräte unterstützten das MTS Format. Um MTS-Videos auf anderen Geräten nutzen zu können, muss man MTS in MP4 umwandeln. Natürlich können MTS-Dateien aber auch in andere beliebte Formate wie AVI, MKV und WMV umgewandelt werden

Vorteile: hohe Qualität

Nachteile: Unflexibel

Nun gut, da wir jetzt alle Formate durchgegangen sind, stellt sich folgende Frage:

Welches ist das beste Videoformat?

Videoformate unterscheiden sich stark im Inhalt einer Containerdatei. Einige, z.B. AVI, können mehrere Audiospuren und Untertitel enthalten; andere, wie MKV, lassen Sie alles einpacken, was Sie brauchen: Video- und Audiospuren, animierte und Textuntertitel, Schriftarten und mehr. Formate unterscheiden sich auch dadurch, dass jeder von ihnen nur mit einer bestimmten Liste von Audio- und Video-Codecs arbeitet. Diese zwei fundamentalen Unterschiede führen zu vielen anderen: Dateigröße, Videoauflösung, Fähigkeit, Online-Videos abzuspielen usw. Bestimmte Formate liefern eine hervorragende Bild- und Tonqualität, während andere nur die Grundlagen liefern können. Auf die Frage, welches Videoformat das beste ist, gibt es jedoch keine eindeutige Antwort. Trotzdem könnten man sagen, dass speziell ein Format der beste und ein guter allrounder ist.

MP4 – Ein guter Allrounder

Mit dem MP4-Format liegt man eigentlich immer richtig. Alle gängigen Browser und Betriebssysteme unterstützen es. Außerdem vereint es HD-Bildqualität mit geringer Dateigröße. Damit kann der Nutzer das Video auf der Festplatte oder in der Cloud speichern, mit anderen teilen, auf den gängigen Mobilgeräten abspielen oder auf eine Videoplattform hochladen.

Videoformate für mobile Geräte & Web

Videos, die für ein mobiles Gerät gedacht sind, sollten nur wenig Speicherplatz in Anspruch nehmen. Hier bietet sich das Format MP4 an, das sowohl von iOS als auch von Android unterstützt wird. Für Apple-Geräte ist auch das MOV-Format möglich.

Bei der Frage, welches Videoformat am besten für ein Video auf einer Webseite geeignet ist, muss der User danach gehen, welche Formate die Browser unterstützen. Auch hier ist MP4 aufgrund seiner hohen Kompatibilität die beste Wahl. Das Google-Videoformat WebM läuft zumindest auf Microsoft- und Android-Gerät einwandfrei.

Ich hoffe, dass dir dieser Artikel weiterhelfen konnte. Viel Spaß bei der Videobearbeitung!

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